Fütterung & Futtermittel

Gute Raufutterqualität für Pferde

Hochwertiger Futterzusatz: Wiesencobs

Prof. Dr. Ellen Kienzle leitet den Lehrstuhl für Tierernährung und Diätetik an der LMU München.

Eine nährstoffreiche Rohfaserquelle sind Wiesencobs, die
aus verschiedenen Gräsern bestehen. Doch für welches Pferd sind gepresste Wiesencobs eine gute Ergänzung?


Woraus bestehen Wiesencobs und wie werden sie hergestellt?
Prof. Dr. Kienzle: Wiesencobs bestehen, wenn nichts anderes auf dem Futter angegeben ist, aus Gras. Nachdem die Wiese gemäht wurde, wird das Gras gehäkselt, getrocknet und schließlich gepresst.


Gibt es einen Unterschied zwischen Gras- und Heucobs?
Prof. Dr. Kienzle: Der einzige Unterschied ist, dass Heucobs aus Gras hergestellt werden, das länger vorgewelkt ist bzw. länger vorgetrocknet wurde.
 
Eignen sie sich als Grundfutter?

Prof. Dr. Kienzle: Nein. Heu ist als Grundfutter bei Pferden mit gesunden Zähnen nicht ersetzbar.

Wie viel Wiesencobs werden am Tag verfüttert?
Prof. Dr. Kienzle: Grundsätzlich gilt: Wiesencobs sollten nicht auf einmal verfüttert werden, sondern möglichst auf mehrere Rationen pro Tag verteilt werden. Pro Mahlzeit sollte man auf keinen Fall mehr als 0,5 kg pro 100 kg Lebendmasse füttern. Das bedeutet, wenn ein Pferd 500 kg auf die Waage bringt, sollte man ihm bei einer Mahlzeit höchstens 2,5 kg geben. Je mehr man die Wiesencobs auf mehrere Mahlzeiten verteilt, desto besser.

Gibt es besondere Fütterungshinweise, die man beachten muss?
Prof. Dr. Kienzle: Wie eben schon erwähnt, sollte man nicht zu viel Wiesencobs auf einmal verfüttern. Wichtig ist auch, dass man sie vor der Fütterung etwa 10 Minuten in Wasser einweicht. Macht man dies nicht, kann es zu einer Schlundverstopfung kommen.

Was spricht für Wiesencobs?
Prof. Dr. Kienzle: Wiesencobs eignen sich besonders für ältere Pferde, die zum Beispiel Zahnprobleme haben. Da diese Pferde oft kein Raufutter mehr zu sich nehmen können, bieten Wiesencobs eine gute Alternative. Man kann das Heu eins zu eins durch Wiesencobs ersetzen.
Das Interview führte Anna Schiller, AVA-Verlag Allgäu