Aus der Praxis

Änderung bei der Lkw-Maut betrifft auch Pferdesportler

Galt in Deutschland bisher die Mautpflicht für Fahrzeuge erst ab 12 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, wird dieses ab 1. Oktober auf mindestens 7,5 Tonnen gesenkt. Davon betroffen sind auch Pferdetransporter.

Mautpflichtig sind nach dem § 1 des Bundesfernstraßenmautgesetzes (BFStrMG) grundsätzlich alle Kraftfahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen, die ausschließlich für den Güterkraftverkehr bestimmt sind oder für den Güterkraftverkehr eingesetzt werden. Das gilt damit auch für reine Pferdetransporter, denn auch Pferde sind im Sinne des Gesetzes Güter.

Als Ausnahme gelten einzig Pferdetransporter mit dauerhaft eingebautem großem Wohnabteil oder als Fahrzeugkombination mit einem Wohnanhänger. Diese können mautfrei sein, weil hierbei der Zweck der Personenbeförderung überwiegt. Voraussetzung dafür ist jedoch laut Aussage des Bundesamts für Güterverkehr, dass das Fahrzeug oder der Anhänger über ein großes Wohnabteil verfügt. Eine gewöhnliche Schlafkabine allein reicht nicht aus. Vielmehr müssen z.B. eine Toilette, eine Dusche, Betten, eine Küche und ein Wohnraum vorhanden sein. Zugleich müssen sich Transportboxen für Pferde im Fahrzeug befinden. Mautbefreit ist bei solchen Pferdetransportern mit großem Wohnabteil oder mit Fahrzeugkombinationen mit einem Wohnanhänger auch nur die unentgeltliche und nicht-geschäftliche Beförderung von Pferden durch Privatpersonen für eigene Zwecke (z.B. im Rahmen der Ausübung des Turniersports).

Die Lkw-Maut wird in Deutschland seit Januar 2005 erhoben, zunächst auf Bundesautobahnen und seit August 2012 auch auf autobahnähnlichen Bundesstraßen. Seit 1. Juli zahlen Lkw auf rund 15.000 Kilometern Maut, 2018 soll die Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ausgeweitet werden. Das mautpflichtige Streckennetz ist im Internet unter www.mauttabelle.de abrufbar.  fn press/Hb

Das gehört zur Ausbildung zum Pferdewirt

In der Berufsausbildung zum Pferdewirt kann man zwischen 5 Fachrichtungen wählen:
• Pferdehaltung und Service
• Pferdezucht
• Klassische Reitausbildung
• Pferderennen (Rennreiten oder Trabrennreiten)
• Spezialreitwesen (Westernreiten oder Gangreiten)

Aufsitzhilfe: Darum schont sie den Pferderücken

Früher galt es als uncool oder sogar unsportlich, wenn man beim Aufsteigen in den Sattel ein kleines Podest benutzte. Längst wissen aber die meisten Pferdesportler, dass eine Aufstieghilfe nicht nur für den Reiter eine Erleichterung ist, sondern es vor allem den Pferderücken schont, wenn man von einer leicht erhöhten Stelle aufsteigt.

Beim Aufsitzen ist es wichtig, dass das Pferd am Widerrist einen senkrechten Druck bekommt und nicht etwa starken Druck von einer Seite. Das klappt am besten, wenn der Reiter von einem Podest aus aufsteigt. Denn erklimmt der Reiter sein Pferd vom Boden aus, können sich die Wirbelkörper unterhalb der Sattellage seitlich verdrehen.
Dazu kommt, dass die Muskeln auf der rechten Seite der Sattellage beim Aufsteigen gequetscht werden, wenn der Reiter einige Sekunden mit seinem gesamten Gewicht auf der linken Seite hängt. Falls mal keine Aufsitzhilfe in Reichweite ist, hilft es auch, wenn man einen Stallkameraden kurz bittet, auf der anderen Seite im Steigbügel von unten gegenzuhalten.

In vielen neuen Reithallen sind Aufsitzhilfen sogar in die Bande integriert. Man kann sie je nach Bedarf auf- und zuklappen.
Die Vorteile von Aufstieghilfen liegen auf der Hand:
• sie entlasten den Pferderücken
• sie verhindern Anspannung beim Pferd
• sie vermeiden schiefe Sättel, die sich im Baum verziehen können
• sie vereinfachen das Aufsitzen für den Reiter

Draußen kann man zum Beispiel einen stabilen Tritt (kleines Podest
als Holz, Metall oder Kunststoff), einen großen Stein, einen Baumstamm oder einen stabilen Putzkasen als Aufstiegshilfe nutzen.

Nicht nur auch Fachleute, auch viele prominente Reiter sind von den Vorteilen einer Aufstieghilfe überzeugt. Ingrid Klimke: „Für meine Schüler und mich ist es keine Frage, ob eine Aufsitzhilfe sportlich oder unsportlich ist. Wie benutzen sie ständig. Jede vermeidbare Belastung des Pferdes ist unreiterlich, und jede vermeidbare Belastung des Reiter ist unklug. Die bekannte Pferdephysiotherpeutin Helle Kleven meint dazu: „In Deutschland wird man belächelt, wenn man mit einer Aufsitzhilfe aufsteigt. Ein England wird man beschimpft, wenn man es nicht tut. Und das aus einem sehr guten Grund. Es entstehen am Widerrist gleichzeitig ein sehr hoher Druck und eine ungünstige Rotation, wenn man vom Boden aus aufsitzt. Durch die Dornfortsätze, die bis zu 30 Zentimeter lang werden können, hat man einen sehr langen Hebel auf die kleinen Gelenke am Wirbelkörper. Blockaden, Arthrosen, Schmerzen, Durchblutungsstörungen am Vorderbein, Widersetzlichkeit und Leistungsverschlechterung sind das Resultat.“
fn press